Bodenwetterkarte

 

 

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Bodenwetterkarte

Die grundlegenden Eigenschaften einer Wetterkarte sind im Kapitel Wetterkarten dargestellt.

Die Bodenwetterkarte ist die ursprngliche Form der Wetterkarte. In sie werden die synoptischen Wettermeldungen der Wetterstationen eingetragen und ausgewertet. Dazu gehren auer den rtlichen Messungen der meteorologischen Elemente am Boden auch Beobachtungen von Wolken, Niederschlag und anderen Wettererscheinungen, die nicht an den Boden gebunden sind. Bodenwetterkarten dienen damit vor allem der Zusammenstellung von Wettermeldungen, die an verschiedenen Stationen gleichzeitig erarbeitet wurden.

Die Bodenkarte ist neben dem Satellitenbild und den Hhenwetterkarten die wichtigste Grundlage fr die Beurteilung der Wetterlage und der daraus folgenden Wettervorhersage.

 

Bodenwetterkarte

Bodenwetterkarte

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Erstellung einer Bodenwetterkarte

Auch heute noch werden an zentraler Stelle beim Deutschen Wetterdienst (DWD) tglich mehrere Male Wetterkarten gezeichnet und analysiert. Ca. 8.000 Wetterstationen in allen Lndern der Nordhalbkugel melden zu den synoptischen Terminen (0000, 0300, 0600, 0900 UTC usw.) ihre Bodenwetterbeobachtungen als nach dem international verbindlichen Synopschlssel codierte SYNOP-Meldungan ihre nationalen Zentralen. Ausgerechnet in der mitteleuropischen Wetterkche, dem Nordatlantik vor Grnland bis zu den Britischen Inseln und in der Biskaya vor Frankreich und Spanien gibt es nur wenige Wetterstationen. Hier ersetzen Satellitenmessungen die stationren Wetterstationen. Von den nationalen Wetterdiensten werden die Meldungen ber das Internet weltweit verbreitet.

Die decodierten Wettermeldungen nach dem Stationsmodell werden in Wetterkarten eingetragen, was im Zeitalter der Computer heutzutage natrlich weitgehend automatisiert erfolgt. Auf den blichen Bodenwetterkarten werden meist vereinfachte Stationsmodelle eingetragen, da die vollstndige Darstellung die Karte unbersichtlich machen wrde. Dies zeigt die Bodenwetterkarte oben rechts.

Bodenwetterkarte

Werden in die Karte die auf die Hhe des Meeresspiegels bezogenen Druckwerte eingetragen, entsteht eine Bodenwetterkarte. Die meisten gewhnlich in Zeitungen oder im Fernsehen verffentlichten Wetterkarten sind solche Bodenwetterkarten oder Bodendruckkarten, wie z.B. die Karte rechts. Damit eine einfache Bodendruckkarte erstellt werden kann, mssen also zunchst die auf NN reduzierten Luftdruckmewerte (QFF) aller in Frage kommender Wetterwarten im Einzugsbereich der Karte vorliegen. Sodann werden die verfgbaren Daten in ihrer geographischen Ordnung in die anfangs noch leere Karte eingetragen. Im nchsten Schritt werden die Isobaren, also Linien gleichen Luftdrucks, eingezeichnet. Hierfr wird auf der Karte zuerst der hchste Luftdruckwert gesucht und mit einem H fr Hochdruckgebiet vermerkt. Dementsprechend wird auch der Ort des niedrigsten Luftdruckwertes bestimmt und mit T fr Tiefdruckgebiet markiert. Anschlieend knnen um die Hoch- und Tiefdruckgebiet die Isobaren eingezeichnet werden. Dazu werden alle Orte gleichen Luftdrucks durch Linien miteinander verbunden. Wenn z.B. Ort A einen Luftdruck von 1002 hPa aufweist und Ort B 1008 hPa, dann liegt die Isobare fr 1005 hPa genau in der Mitte der beiden Orte. Auf deutschen und kontinental-europischen Wetterkarten werden anschlieend im Abstand von 5 hPa, im angelschsischen Raum im Abstand von 4 hPa, weitere Isobaren eingezeichnet (siehe Isobaren und ihre Darstellung). Bei ausreichender Gr秤e des Kartenausschnitts zeigen sich geschlossene Isobaren, deren Kerngebiete entweder ein Gebiet relativ hohen Druckes, also ein Hochdruckgebiet, oder eine Zone relativ niedrigen Druckes, ein Tiefdruckgebiet, umschlieen (siehe Darstellung der Druckgebiete). Dabei kann ein T im Sommer eine Drucksituation kennzeichnen, die im Winter mit einem H markiert wrde. Ein Hoch oder Tief ist demnach eine relative und keine absolute Luftdrucksituation. 훜tere Barometer, die entsprechende Bezeichnungen auf ihrer Skala mit Luftdruckwerten korrelieren, sind deshalb in dieser Hinsicht mindestens miverstndlich. Durch dieses Vorgehen lassen sich jetzt die Lage und die Ausmae der Tief- und Hochdruckgebiete erkennen.

Antrieb der Wetterentwicklung ist immer der Ausgleich zwischen den verschiedenen Luftmassen: Hoher Druck gleicht tiefen Druck aus; Wrme mildert die Klte; Feuchte Luft strmt zur trockenen Luft. Um so gr秤er die Gegenstze zwischen den Luftmassen sind, desto mehr Dynamik entwickelt das Wettergeschehen. Die groen Systeme der Luftstrmungen sind dabei nach dem barischen Windgesetz an die Druckverteilung von Hoch und Tief gekoppelt. Mit Hilfe der Isobarenlinien knnen deshalb neben der Lage der Druckgebiete auch die Windverhltnisse eingeschtzt werden. Der Verlauf der Isobaren bestimmt somit die Windrichtung, ihr Abstand (Druckgeflle) die Windgeschwindigkeit. Liegen sie weit auseinander kennzeichnet das geringe Druckunterschiede, drngen sie sich eng beieinander ist das Druckgeflle gro und der Druckausgleich bewirkt starken oder strmischen Wind. So lassen sich Windrichtung und Windgeschwindigkeit aber auch die Zugrichtung von Tief- und Hochdruckgebieten aus der Bodenwetterkarte ablesen. "Isobarenknicke" und Temperaturunterschiede weisen auf zwei unterschiedliche Luftmassen hin, getrennt durch eine Front (Kalt- oder Warmfront).

Nur selten liegen die Druckgebilde fest an einem Ort. Sie wandern vielmehr in der Regel auf bestimmten Bahnen und knnen mit Hilfe von Bodenwetterkarten und Hhenwetterkarten erfat und dargestellt werden. Solche Growetterlagen bestimmen das Wetter Europas. Wetterbestimmend sind dabei vor allem die Druckgebilde des Nordatlantiks: Azorenhoch mit Warmluft, Islandtief mit Polarluft oder die von West nach Ost ber Land und See wandernden Hoch-und Tiefdruckgebiete.

Bodenwetterkarte

 

 

 

 

 

 

 

Symbole der Wetterkarte

Daraus ergibt sich auch die enge Verbindung von Fronten (Begrenzungen von Luftmassen am Boden) mit Luftdruck und Wind:

  • Warmluft dringt mit der Warmfront gegen die vorgelagerte Kaltluft vor;
    die Isobaren in der Warmluft schneiden die Warmfront in Strmungsrichtung.
  • Kaltluft st秤t mit der Kaltfront gegen Warmluft vor;
    die Isobaren in der Kaltluft schneiden die Kaltfront in Strmungsrichtung.
  • An der stationren Front liegen Warm- und Kaltluft strmungsparallel oder ohne Bewegung nebeneinander;
    die Front wird von keiner Isobare geschnitten.

Fr die verschiedenen Wolkenarten (tief, mittelhoch und hoch) gibt es etliche Symbole, die eine sehr detaillierte visuelle Beschreibung des Wetters am Standort der Bodenwetterstation erlauben. Aufgrund der Vielzahl dieser Symbole macht es allerdings keinen Sinn, diese hier alle darzustellen - hierfr gibt es entsprechende Tabellen und bersichtskarten.

In den Meldedaten der Wetterstationen werden auerdem noch andere Merkmale der bodennahen Luftmassen aufgefhrt:

  • Temperatur,
  • Taupunkt,
  • Windrichtung und -geschwindkeit,
  • Luftdrucktendenz sowie
  • der aktuelle Wetterzustand.

Alle diese Angaben zeigen schlielich dem Kartenzeichner die Wettersituation und im Vergleich mit vorhergehenden Karten die seither eingetretenen Vernderungen der Luftmassengrenzen (Fronten). Mit diesem Gesamtbild kann letztlich die weitere Wetterentwicklung vorhergesagt werden. Dies gelingt auch derzeit noch nicht ausschlielich mit numerischen Modellen und Computersimulationen. Mit solchen Berechnungen kann jedoch die gesamte Bandbreite der mglichen Wetterentwicklungen aufgezeigt und analysiert werden. Auf dieser Grundlage liefert bisher trotzdem aber immer noch der Mensch, ein erfahrener Meteorologe, die beste und zuverlssigste Gesamtbetrachtung der Wetterlage (Synoptik) und kann damit ein mglichst wirklichkeitsnahes Frontenkonzept aufstellen, um so eine zutreffende Wetterprognose zu erstellen. Auch wenn das noch immer nicht mit der wnschenswerten Genauigkeit in zeitlicher und rumlicher Hinsicht gelingt.

In der Praxis des DWD und anderer Wetterdienste werden deshalb auch aktuell noch die groen Zirkumpolarkarten und die "kleineren" Europakarten sowohl hinsichtlich der Druckverteilung als auch der Frontenanalyse stets vollstndig von Hand erstellt. Auf diese Weise kann sich der Meteorologe durch die Analyse der vielen Stationsmeldungen ein grndliches Bild der aktuellen Wetterlage und -entwicklung verschaffen. Gleichzeitig gibt ihm das die Mglichkeit, offensichtliche Fehlmeldungen zu entdecken und zu eliminieren bzw. mgliche Besonderheiten der aktuellen Entwicklung zu erkennen.

 

Arten von Bodenwetterkarten

Bodenwetterkarten unterscheiden sich nach ihrem Verwendungszweck jeweils in Gr秤e und Mastab voneinander. Im Mastab 1:20.000.000 werden Zirkumpolarkarten erstellt, die einen berblick ber das Wettergeschehen der gesamten Halbkugel geben, insbesondere die Lage und Intensitt der Drucksysteme und der Frontenverteilung zeigen. Im Mastab 1:10.000.000 erstellt z.B. der DWD auerdem Wetterkarten, die Europa, den Nordatlantik bis Neufundland, das Nordmeer bis in die Breite von Nordgrnland und Spitzbergen und das Mittelmeer mit Nordafrika darstellen. Diese Karten sind fr die aktuelle Wetterlage auch im Internet abrufbar.

Der gewhlte Kartenmastab und damit das von der Karte gezeigte Gebiet ergibt sich aus der Aufgabenstellung. Grorumige Gebiete werden in kleinem Mastab mit wenig Einzelheiten, kleine Gebiete werden dagegen in groem Mastab mit entsprechend vielen Einzelheiten dargestellt.

 

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 28.02.2021