Wetterkarten

 

 

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Wetterkarten

Eine Wetterkarte ist im Grunde eine Landkarte, welche die Wetterverhltnisse ber ein geografisches Gebiet zu einer bestimmten Zeit darstellt. Der Zeitpunkt kann die aktuelle Zeit der Kartenerstellung sein, in der Vergangenheit oder als Wetterprognose in der Zukunft liegen.

In der Meteorologie versteht man darunter insbesondere die Darstellung des aktuellen Zustands der Luftdruckverhltnisse ber einem gr秤eren Gebiet. Aus einer solchen Wetterkarte lassen sich dann Aussagen ber Windgeschwindigkeit und Windrichtung entnehmen oder mgliche Wettergefahren frhzeitig erkennen. Sie ermglicht so auch eine Vorhersage des kommenden Wetters und kann dadurch im Alltag sinnvoll verwendet werden. Eine Wetterkarte ist somit eine geographische Karte, in die nach dem Stationsmodell in symbolhafter Form Wetterbeobachtungen bzw. die davon abgeleiteten meteorologischen Felder und synoptischen Wettersysteme eingezeichnet sind. Zu unterscheiden sind

Auf die Erstellung von Wetterkarten wurde bereits im Kapitel Stationsmodell eingegangen.

Bodenwetterkarte

Bodenwetterkarte

vergr秤ern

Eine vollstndige synoptische Wetterkarte zeigt also sowohl die Ausgangslage als auch das Ergebnis der Wetteranalyse. Dabei ist die Bodenwetterkarte die ursprngliche Form der Wetterkarte. In sie werden die synoptischen Wettermeldungen der Wetterstationen eingetragen und ausgewertet. Dazu gehren auer den rtlichen Messungen der meteorologischen Elemente auch Beobachtungen von Wolken, Niederschlag und anderen Wettererscheinungen, die nicht an den Boden gebunden sind. Hhenwetterkarten sind schon seit den 1930er Jahren in Gebrauch, sind aber auerhalb meteorologisch interessierter Kreise relativ wenig bekannt. Dabei ist offensichtlich, da sich nicht nur der Flugverkehr, sondern alle wichtigen Wettervorgnge im dreidimensionalen Raum abspielen. Abgesehen von speziell aufbereiteten Karten fr die Flugberatung, beziehen sich die Hhenwetterkarten der Troposphre auf 4 bis 6 Hauptdruckflchen (Druckflchen) in 1.500 bis 16.000 m Hhe. Ihre Topographien werden mit Isohypsen dargestellt. Hhenwetterkarten zeigen vor allem die herrschenden Hhenstrmungen oder Temperaturstrmungen, den thermischen Wind, mit den mandrierenden Jetstreams, Wellen und Wirbeln, welche die wesentlichen Wettersysteme darstellen bzw. erzeugen und steuern.

In der Meteorologie werden verschiedene vertikale Koordinatensysteme, also Masysteme fr die Hhe verwandt, je nachdem, welches fr die darzustellende Fragestellung am besten geeignet ist. Neben dem karthesischen System (Meter ber NN) und Systemen wie den "isentropen Koordinaten" (potentielle Temperatur einer Schicht als Hhenma) werden am hufigsten die sog. isobaren Koordinaten benutzt, also der Luftdruck. Wettervorgnge werden insfern bevorzugt danach beurteilt, in welcher Druckschicht oder Druckflche sie ablaufen. Neben metechnischen Grnden wird dieses System vor allem deshalb bevorzugt, weil es implizit die Abnahme der Dichte mit der geographischen Hhe bercksichtigt, soda sie in den entsprechenden Berechnungen nicht mehr besonders bercksichtigt werden mu und diese sich dadurch wesentlich vereinfachen lassen.

Stationsmodell

Wetterkarten sind fr die Wettervorhersage nach wie vor von besonderer Bedeutung, weil in ihnen die weltweit gesammelten meteorologische Daten zusammengefat und als Ist-Zustand zum Beobachtungszeitpunkt dargestellt oder unter Anwendung von Wettermodellen zu einer Vorhersage verarbeitet sind. Die Daten werden von Wetterstationen aufgezeichnet, welche dazu nach einem international einheitlichen Standard, dem Stationsmodell, vorgehen. So bezeichnet jedes Symbol weltweit denselben Zustand. Mit globalen Wetterkarten knnen die Ausmae von Luftdruckgebieten analysiert und die daraus resultierenden Ergebnisse den spezifischen Wetterlagen zugeordnet werden. Fr die Wetterberichte in den Publikumsmedien werden zumeist nur vereinfachte Teilkarten erstellt, die ein bestimmtes Gebiet mit den fr den Alltag wesentlichen Wetterdaten zeigen.

Die erste Wetterkarte wurde von dem Briten Sir Francis Galton entwickelt. Er gilt auerdem als der Entdecker der Hochdruckgebiete und konnte diese so in seine Karten einordnen. Die Ergebnisse seiner Studien verffentlichte Galton 1863 in seinem Buch Meteorographica. 1875 wurde in der britischen Times erstmals eine Wetterkarte verffentlicht. In Deutschland publizierte die Deutsche Seewetterwarte im folgenden Jahr die erste Wetterkarte. Auf ihr war Nord- und Zentraleuropa mit Temperaturen, Niederschlgen, Windstrken und Luftdrcken abgebildet. Schon frh wurde eine Fusion aus regionalen und weltweiten Daten angestrebt, um aktuelle Karten zu erstellen. Das scheiterte anfnglich aber an den langen Informationswegen und den fehlenden schnellen Kommunikationsmglichkeiten. Eine tgliche deutsche Wetterkarte wurde erst 1876 durch die Wettermeldungen der Seewarte ermglicht. Spter bernahm der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Erstellung und Analyse der Wetterkarten in Deutschland.

Eine grobe, in der Meteorologie aber gebruchliche Skaleneinteilung orientiert sich an der horizontalen Ausdehnung der Systeme (Raumskala):

  • Makro-Skala (globale Skala) mit Gr秤en ber 2.000 km, z.B. lange Wellen, groe Mittelbreitentiefs (Zyklonen), ausgedehnte Hochs (Antizyklonen)
  • Meso-Skala mit Gr秤en von 2.000 km bis 2 km, z.B. kleinere Zyklonen, Zwischenhochs, Fronten, tropische Zyklonen, Gewitter;
  • Mikro-Skala mit Gr秤en  unter 2 km, z.B. Tornados, Cumulus-Wolken, Mikroturbulenz.

Gebruchlich ist auch die Zeitskala, d.h. die Einteilung nach

  • der Zeit, die ein System bentigt, um ber einen Beobachter hinweg zu ziehen, oder
  • der Lebenszeit eines Systems.

Eine Wetterkarte ist also die zeichnerische Darstellung der Wetterverhltnisse eines gr秤eren Gebietes (z.B. Europa und Nordatlantik) zu einer bestimmten, international festgelegten Zeit (00, 06, 12, 18 Uhr UTC). In der Wetterkarte werden die Medaten der einzelnen Beobachtungsstationen des Gebiets nach dem Stationsmodell mit ebenfalls international festgelegten Wettersymbolen fr Temperatur, Taupunkt, Luftdruck, Windverhltnisse, Niederschlag und Wolken dargestellt. Somit sehen die Wetterkarten berall auf der Welt gleich aus. Die Position der Wetterdaten auf der Karte entspricht dem Standort der Wetterstation. Das zeigt die Wetterkarte oben rechts. Es werden aufgrund der bersichtlichkeit aber nicht alle verfgbaren Wetterstationen angezeigt. Die amtlichen Karten enthalten insofern bedeutend mehr Informationen, insbesondere Daten zu Wolkenentwicklung, Wolkenauflsung, Staub und Blitzentwicklung. Anhand dieser Eintragungen kann nun die Wetterlage analysiert werden. Die Bodenwetterkarte ist neben dem Satellitenbild und den Hhenwetterkarten die wichtigste Grundlage fr die Beurteilung der Wetterlage und der daraus folgenden Wettervorhersage.

Die Auswertung oder Analyse der Bodenwetterkarte hat dann das Ziel, anhand der eingetragenen Wettermeldungen meteorologische Felder (Bodendruckfelder, Luftdruck-, Temperatur-, Niederschlagsverteilung u. dgl.) zu ermitteln und entsprechende Wettersysteme zu identifizieren. Der Meteorologe erhlt so einen praktische bersicht ber die bodennahe Wetterlage. Vereinfachte und optisch aufbereitete Bodenwetterkarten werden auch in den Medien abgebildet.

Mit dem Eintrag der Bodenwetterstationsmodelle alleine wei man aber natrlich immer noch nicht, wo die Bodenfronten liegen oder wie die Druckverteilung aussieht. Mit dem Computer kann man basierend auf den Stationsmeldungen einen Isolinienplot fr die Druckverteilung erzeugen, der auf den ersten Blick eine wertvolle Hilfe fr die manuelle Analyse darstellt. Die Identifikation der exakte Lage der Fronten ist auch heute noch die Aufgabe des Meteorologen, denn aufgrund der vielen Besonderheiten sind Computeralgorithmen hier nach wie vor regelm癌ig zum Scheitern verurteilt.

Isolinien

Isolinien sind Linien, die vor allem in Karten benachbarte Punkte gleicher Werte (z.B. Mae, Mengen oder Intensitten) miteinander verbinden. Isolinien erleichtern die Interpretation von geophysikalischen, meteorologischen oder hydrologischen Daten in Karten, da benachbarte Isolinien bestimmte Werteintervalle umschlieen, so da stetige 2-dimensionale Felder entstehen.

Beim Einzeichnen von Isolinien in Karten, sind folgende Regeln zu beachten:

  • Isolinien drfen sich nicht schneiden.
  • Isolinien drfen sich nicht verzweigen oder gabeln, es sind einfache durchgehende Linien.
  • Isolinien sind an ihrem Ende oder bei geschlossenen Linien in der Mitte zu beschriften.
  • Isolinien drfen nur Bereiche abdecken, fr die entsprechende Werte vorliegen.

In der Meteorologie werden vor allem folgende Isolinien verwendet:


Isobare

Isobaren (griechisch: iso = gleich, baros = Druck) sind Isolinen gleichen Luftdrucks. Sie verbinden in Wetter- und Klimakarten Punkte bzw. Orte mit gleichem auf das Meeresniveau und mittlere Breite reduzierten Luftdruck. Mit Hilfe von Isobaren wird der Luftdruckverlauf auf Wetterkarten dargestellt. Dabei werden Orte gleichen Luftdrucks durch Linien verbunden. Die Isobaren sind in den kontinental-europischen Wetterkarten in der Regel mit Abstnden von 5 Hektopascal (hPa) eingezeichnet.

Die Isobaren werden aus dem an der Erdoberflche gemessenen Luftdruck rechnerisch ermittelt. Hierzu wird der gemessene Druck unter Bercksichtigung der totschlichen atmosphrischen Verhltnisse (nicht ICAO-Standard) auf Meereshhe (MSL) herunter gerechnet. Die Punkte gleichen Drucks in MSL werden dann zu Isobaren verbunden. Isobaren auf Bodenwetterkarten bilden folglich das jeweilige QFF ab und drfen nicht fr Hhenmessereinstellungen als QNH verwendet werden.

Isobaren ermglichen das Erkennen von Hoch- und Tiefdruckgebieten. Das Hochdruckgebiet erkennt man daran, da es von Isobaren umgeben ist, die nach allen Seiten tieferen Luftdruck anzeigen. Die das Tiefdruckgebiet umgebenden Isobaren signalisieren dementsprechend steigenden Luftdruck nach allen Seiten. Die Abstnde der Isobaren geben Auskunft ber das herrschende Druckgeflle:

  • geringe Isobarenabstnde stehen fr groe Druckunterschiede und damit fr ein turbulentes bzw. strmisches Wettergeschehen,
  • groe Isobarenabstnde reprsentieren geringe Druckunterschiede und damit fr ein ruhiges Wettergeschehen mit wenig Wind.

Die Isobarendrngung im grnen Oval der Abbildung rechts zeigt also ein starkes Druckgeflle mit entsprechend starkem Windfeld an. Der Wind weht dabei stets annhernd isobarenparallel.

Isobaren im Tiefdruckgebiet

Isotherme

Isothermen sind Isolinen gleicher Lufttemperatur.
In der Meteorologie werden Isotherme verwendet, um auf den meteorologischen Wetterkarten die Gebiete zu kennzeichnen, in denen die gleiche Temperatur herrscht. Der Abstand der Isothermen gibt einen Hinweis auf den Umfang des Temperaturgeflles in einem Gebiet. Dieser aus der Anordnung benachbarter Isothermen ableitbare Temperaturgradient ist ein wichtiges Element bei der Wettervorhersage.


Isohypse

Isohypsen sind Linien gleicher geopotenzieller Hhe bzw. einer Druckflche.
Sie verbinden alle Orte mit gleicher Hhe ber NN, eingezeichnet im Abstand von jeweils 4 zu 4 Dekametern (Linien gleicher Hhe der Druckflche). Die geopotentielle Hhe (Geopotential)hat ebenfalls das Meeresniveau als Bezugsniveau. Sie zeigen in Hhenwetterkarten die Hhe der Druckflche an. Isohypsen sind sozusagen die Umkehrung der Isobaren. Whrend Isobaren den Druck bei gleicher geographischer Hhe reprsentieren, kennzeichnen Isohypsen die geographische Hhe bei gleichem Druck, also z.B. 500 hPa. Hoher Druck macht sich dort durch eine 밃usbeulung in der Druckflche bemerkbar, niedriger Druck durch eine 밆elle.


Isotache

Als Isotache bezeichnet man eine Linie gleicher Geschwindigkeit.
In der Meteorologie sind dies Linien gleicher Windgeschwindigkeit auf einer Wetterkarte.


Isallobare

Linien gleicher Luftdrucktendenz werden als Isallobaren bezeichnet.
Anhand der Luftdrucktendenz kann die kurzfristige Entwicklung von Zyklonen oftmals gut abgeschtzt werden. Tatschlich ist es weniger der Luftdruck als seine 훞derungen, welche das Wetter prgen
. Daher wird auer dem Luftdruck (Hochdruck- und Tiefdruckgebiete) auch die Luftdrucktendenz der Wetterprognose zugrunde gelegt. Dem liegt die Vorstellung zugrunde, da an einem Ort der Luftdruck fllt, wenn eine warme Luftsule (geringere Dichte) ber ihn hinwegzieht, und steigt, wenn die warme Luft durch kalte ersetzt wird.

 

Isobaren und ihre Darstellung in der Wetterkarte

Reduktion des Luftdrucks (Schema)

Reduktion des Luftdrucks (Schema)

vergr秤ern

Was Isobaren sind, ist oben, wie sie zustande kommen, ist im Kapitel "Druckmessung" dargestellt.

Zur Wetterbeobachtung und -vorhersage werden u.a. die zur gleichen Zeit gemessenen und auf Meeresspiegel reduzierten Luftdruckwerte (QFF) in eine Karte eingetragen. Erst diese reduzierten Werte knnen fr die Wetterbeobachtung und -vorhersage und dazu in Wetterkarten weiter verwendet werden.

Die Schemazeichnung links zeigt die bertragung der durch Reduktion ermittelten Druckwerte auf ein Kartenblatt. Der Einfachheit halber wurde zur Reduktion  ein Wert von 10 hPa pro 100 m Hhe ber MSL angenommen (vgl. barometrische Hhenstufe), um das Prinzip deutlicher zu machen.

Werden in die Karte also die auf die Hhe des Meeresspiegels bezogenen Druckwerte eingetragen, entsteht eine Bodenwetterkarte. Die meisten in Zeitungen oder im Fernsehen verffentlichten Wetterkarten sind solche Bodenwetterkarten oder Bodendruckkarten, wie z.B. auch die Karte rechts unten.

In einem 2. Schritt werden dann die Orte gleichen Luftdrucks durch Linien gleichen Luftdrucks, die Isobaren, miteinander verbunden. Die Isobaren werden im allgemeinen im Abstand von 5 hPa eingezeichnet, in England, USA, Kanada und anderen angelschsisch geprgten Staaten mit Abstnden von 4 hPa. In der so erstellten Karte werden die Gebiete mit relativ hohem Luftdruck, die Hochdruckgebiete (Hoch) von den Gebieten mit relativ tiefem Luftdruck, den Tiefdruckgebieten(Tief), von den Isobaren gegeneinander abgegrenzt und auf diese Weise sichtbar gemacht.

So wird im Vergleich mit frher erstellten Karten deutlich, da der Luftdruck sowohl zeitlich als auch rumlich unterschiedlich ist. Gerade im zeitlichen Ablauf wird sichtbar, wie sich unterschiedliche Druckgebiete ber den Beobachtungsraum hinweg bewegen und sich dabei verndern. Zugleich zeigt die Karte, da die Druckunterschiede in der Horizontalen nur gering sind und ber viele hundert Kilometer nur wenige hPa betragen.

Isobaren

Die so hergestellten Luftdruckkarten werden deshalb nie gleich aussehen, da der Luftdruck ber verschiedenen Gebieten naturgem癌 unterschiedlich sein wird. Er unterliegt dabei besonders in den gem癌igten Breiten auch starken zeitlichen Schwankungen.

Die so ermittelten Luftdruckwerte erlauben nun Folgerungen ber

  • die Zugehrigkeit der gemessenen Luftmasse zu einem Hoch- oder einem Tiefdruckgebiet,
  • die Schichtung der Luftmasse (stabil oder labil),
  • die Bereitschaft der Luftmasse zu vertikalen Bewegungen (rasches Aufsteigen der unteren Luftschichten),
  • den Druckausgleich zwischen grorumigen Luftmassen durch horizontale Bewegung.

Druckunterschiede fhren grundstzlich zu deren Ausgleich.

Dies macht ein simples Beispiel klar:
Durch das Loch im Fahrradreifen entweicht die Luft bis ein Ausgleich des Drucks im Reifen mit der Umgebung hergestellt ist. Ebenso fhren Luftdruckunterschiede zwischen grorumigen Luftmassen zum Druckausgleich.

Zum Druckausgleich strmen also die Luftmassen hheren Drucks in die Region mit tieferem Luftdruck bis sich beide Systeme angeglichen haben, d.h. bis sich ein gleicher Luftdruck eingestellt hat. Der Druckausgleich erfolgt also durch horizontale Luftbewegung zwischen den Druckgebieten = horizontaler Wind. Im Unterschied zum kleinrumigen System des Fahrradreifens stellt sich aber ein Gleichgewichtszustand im grorumigen Wettermastab niemals vollstndig ein.

Die Abbildung rechts zeigt eine typische Bodendruckkarte.

Eine animierte tagesaktuelle Bodendruckkarte gibt es hier:
http://www.thunerwetter.ch/luftdruck.html

 

Darstellung von Hoch- und Tiefdruckgebieten

Bodendruckkarte

Der Luftdruck ist nicht gleichm癌ig ber der Erde verteilt. Gebiete hohen Drucks wechseln sich mit Gebieten niedereren Drucks ab. Diese Unterschiede kommen durch die unterschiedlich starke Erwrmung der Luftmassen zustande. Wenn Luft erwrmt wird, dehnt sie sich aus. Dies hat zur Folge, da der Druck mit steigender Hhe weniger stark abnimmt als in den weniger erwrmten Schichten. Es entsteht ein Hochdruck mitzunehmender Hhe.

Hierauf wird im Kapitel Druckgebiete nher eingegangen.

Dadurch baut sich ein Druckunterschied zwischen der erwrmten Luft und der anschlieenden Luft auf. Solche Druckunterschiede fhren grundstzlich zu deren Ausgleich. Dies macht ein simples Beispiel klar: Durch das Loch im Fahrradreifen entweicht solange die Luft bis ein Ausgleich des hheren Drucks im Reifen mit dem niedereren Druck der Umgebung hergestellt ist. Ebenso fhren Luftdruckunterschiede zwischen grorumigen Luftmassen zum Druckausgleich (= horizontaler Wind). Im Unterschied zum kleinrumigen System des Fahrradreifens stellt sich aber ein Gleichgewichtszustand im grorumigen Wettermastab niemals vollstndig ein. Dieser Unterschied (Luftdruckgradient) setzt eine ausgleichende Luftstrmung vom hohen Druck zum tiefen Druck in Gang. So entsteht der Wind.

Die Strke der Luftstrmung, d.h. des Windes, hngt von der Gr秤e des Druckunterschieds ab. Der Luftdruck hat also fundamentale Bedeutung fr das Wettergeschehen. Von seiner Verteilung hngen nicht nur die Luftbewegungen (Wind) ab. Er ist ebenso fr die Wrmeverteilung, die Feuchte, die Bewlkung, den Niederschlag und die Verdunstung von groer Bedeutung.

Ein Gebiet geringen Luftdrucks heit barometrisches Tief (in der Karte mit T gekennzeichnet), ein Gebiet hohen Luftdrucks barometrisches Hoch (in der Karte mit H markiert).

Als bisher tiefster Luftdruck ist der bei einem Taifun am 13. September 1961 gemessene Wert von 885 hPa bekannt, als hchster ein Wert von 1080 hPa im Bereich eines sibirischen Hochs.

Weitere Einzelheiten zu den Druckgebieten sind im Kapitel Druckgebiete, zum Hochdruckgebiet im Kapitel Hoch und zum Tiefdruckgebiet im Kapitel Tief dargestellt.

Hhenlienen

Hhenlinien/Isobaren im Vergleich

schematischer Vergleich von Isobaren und Hhenlinien vergr秤ern

Isobarenkarte

Isobarenkarte vergr秤ern

Bei der Betrachtung der Bodendruckkarte rechts oben fllt auf, da die Darstellung der Isobaren der Darstellung von Hhenlinien in topographischen Karten hnelt.

In der schematischen Darstellung links sind zur Erklrung ganz oben die Hhen und die zugehrigen Hhenwerte in der Seitenansicht eingetragen. Darunter sind diese Hhenlinien in der Draufsicht dargestellt. Weit auseinander liegende Hhenlinien zeigen einen flach, eng beieinander liegende Hhenlinien einen steilen Hangverlauf an. Dies ist dann das gewohnte Bild, wie wir es beispielsweise von Wanderkarten her kennen. Als Beispiel ist rechts ein Ausschnitt aus einer gewhnlichen topographischen Karte abgebildet.

Links ist dann im unteren Bildpaar wieder das Bild der Hhenlinien in der Draufsicht, diesmal im direkten Vergleich mit einer schematischen Bodendruckkarte zu sehen.

Daraus wird nun klar, da man sich die Isobaren wie die Hhenlinien der topographischen Karten vorstellen kann. Eng beieinander liegende Isobaren zeigen so auf kurze Distanz starke Druckunterschiede an. Liegen die Isobaren weit auseinander, ist auch der Druckverlauf entsprechend flach.

Auch die Druckkarte knnte somit als Seitenansicht dargestellt werden, wobei dann eine "Landschaft" wie in der sichtbaren Natur entstnde. Die Hochdruckgebiete wren darin als Berge, die Gebiete mit tiefem Druck als Niederungen zu erkennen. Die Verbindung von Hochdruckgebieten she dann aus wie ein Hhenrcken, die von Tiefdruckgebieten wie Tler oder Rinnen. Die Erhebungen (genannt Rcken) sind die im Mittel warmen Hochdruckgebiete, die Tler (genannt Trge) die im Mittel kalten Tiefdruckgebiete.

Wie die Isobarenkarte links auch zeigt, bezeichnet man seitliche Ausbuchtungen der Tiefdruckgebiete als (Tief-)Auslufer und die der Hochdruckgebiete als Hochdruckkeile oder Hochdruckrcken. Die Verbindung zwischen zwei Hochdruckgebieten wird als Hochdruckbrcke, die Verbindung zwischen zwei Tiefdruckgebieten als Tiefdruckrinne bezeichnet.

Aus der Vogelperspektive wrden die Druckgebiete wie eine sanft gewellte Landschaft aussehen. Einen Eindruck davon zeigt rechts die Reliefdarstellung der topographischen Karte darber.

Topographiche Karte

 

 

 

 

 

Topographische Karte - perspektivische Darstellung

 

Merkmale der Wetterkarte

Neben den Isobaren knnen weitere Wettererscheinungen in der Karte dargestellt werden. Dies knnen Kaltfronten, Warmfronten und Okklusionen sowie Niederschlge sein:

Bodenwetterkarte

 

Symbole der Wetterkarte

  • Warmfronten werden mit einer Linie aus roten Halbkreisen eingezeichnet.
    Sie fhren zu starker Bewlkung und knnen lnger anhaltenden Landregen bringen. Die Temperatur steigt langsam etwas an.
  • Kaltfronten werden mit einer Linie aus blauen Dreiecken dargestellt.
    Das Wetter bleibt beim Durchzug einer Kaltfront unbestndig und es treten hufig Schauer und Gewitter auf. Die Temperatur sinkt dabei ab.
  • Okklusionen werden mit violetten Halbkreisen neben Dreiecken eingezeichnet.
    Eine Okklusion wird auch als Mischfront bezeichnet. Sie entsteht, wenn die schnellere Kaltfront die langsamere Warmfront erreicht und sie sich mit ihr verbindet. Das Wetter bleibt innerhalb einer Okklusion unbestndig und regnerisch.

Eine schwarze gestrichelte Linie kennzeichnet eine Troglinie oder Konvergenz.

Im Falle von Niederschlgen wird zwischen Regen, Schnee und Nebelgebieten unterschieden. Die in medialen Wetterkarten eingesetzten Wettersymbole sind meist selbsterklrend. Sie zeigen aktuelle Phnomene, wie Bewlkung und warnen im Bedarfsfall vor Wettergefahren, wie Sturm, Eis oder Schnee. Dargestellt werden diese Erscheinungen oft auch durch farbige Flchen:

  • Hellgrn schraffiert oder gepunktetes Feld = Regen
  • Dunkelgrn schraffiert oder Sternchenfeld = Schnee
  • Gelb schraffiert oder gestricheltes Feld = Nebel.

Genauere Wetterkarten enthalten darber hinaus noch weitere Informationen zum Wettergeschehen. Es werden z.B. zustzlich auch noch Angaben zu Temperatur, Wind, Windrichtung, Luftdruckvernderung, Niederschlag, Wolkenart, Wolkenuntergrenze, Taupunkt und dem gegenwrtigen Wetter dargestellt. Dazu werden diese Daten mit dem Stationsmodell in die Wetterkarte mit eingefgt. Die Position des Stationsmodells auf der Wetterkarte markiert dabei die geographische Position der Wetterwarte. Dies zeigt die Bodenwetterkarte ganz oben rechts. Allerdings werden nur die wichtigsten Stationen mit ihren Daten in die Karte aufgenommen. Ansonsten wre die Karte viel zu berladen mit Wetterdaten, so da Details nicht mehr zu erkennen wren.

 

Wind und Druckfeld

Bodenwetterkarte mit Wind

Der Wind ist, wie eben schon ausgefhrt, die Luftbewegung, die aus dem Ungleichgewicht zweier Luftmassen von unterschiedlichem Druck und Temperatur entsteht. Die Druckkraft steuert dabei die Luftstrmungen vom hohen Druck zum tiefen Druck. Ihre Richtung unterliegt aufgrund der Corioliskrafteiner Abweichung nach rechts (auf der Nordhalbkugel).

Der Wind weht stets annhernd isobarenparallel. Dadurch ist die ungefhre Windrichtung aus der Isobaren- bzw. Bodenwetterkarte abzulesen.

Die Windgeschwindigkeit ist abhngig von den Abstnden der Isobaren. Liegen die Isobaren sehr eng beieinander, kann Sturm oder sogar Orkan auftreten. Von einer Konvergenz spricht man, wenn die Linien eng aufeinander zu laufen. Liegen die Isobaren weit auseinander, was bei Hochdruckwetterlagen hufig vorkommt, bleibt es schwachwindig oder gar windstill. Hier spricht man von einer Divergenz.

Aus der Bodenwetterkarte kann somit nicht nur die Verteilung der Druckgebiete, sondern den Isobaren folgend auch die Strmungsrichtung des Windes am Boden entnommen werden sowie, in Abhngigkeit von der Isobarendrngung, die Windstrke. Denn, je enger die Isobaren beieinander liegen, desto gr秤er ist die Windgeschwindigkeit.

Alles Wissenswerte ber die Entstehung des Windes steht in der Prsentation: Der thermische Wind.

Die folgende Tabelle gibt einen ungefhren Aufschluss ber die Windgeschwindigkeiten in Abhngigkeit des Abstandes der Isobaren:

Abstand der 5 hPa-Isobaren

Windstrke

600 km

Leichte Brise - Beaufortskala 2 (Bft)

500 km

M癌ige Brise (Bft 4)

400 km

Frische Brise (Bft 5)

300 km

Starker Wind (Bft 6)

200 km

Steifer Wind (Bft 7)

100 km

Sturm (Bft 9)

Die Einzelheiten zum Windgeschehen stehen im Kapitel Wind.

 

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