Karten-Analyse

 

 

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Hier erfahren Sie etwas ber

Wetterkarten erstellen

500 hPa-Karte (Beispiel)

Eine Wetterkarte enthlt eine Unmenge an Einzelinformationen, die das Wetter in einem Gebiet zu einem gegebenen Zeitpunkt beschreiben. Dazu werden die Mewerte fr Lufttemperatur, Luftdruck, Bewlkung, Niederschlag, Windrichtung und Windgeschwindigkeit  der Verlauf von Fronten in die Karte eingetragen. Um eine Wetterkarte richtig lesen zu knnen, mssen diese Symbole erkannt und richtig gedeutet werden. Anschlieend werden die so in der Karte zusammenegtragenen Werte analysiert und interpretiert. Sodann werden die erkennbaren Fronten und Okklusionen in Form von Symbolen in die Kartenwerke eingetragen. Mit dem Einzeichnen der Isobaren, den Linien gleichen Luftdrucks, in Bodenwetterkarten bzw. der Isohypsen, der Linien gleicher Druckflchenhhe, in Hhenwetterkarten werden die Zentren und die Verteilung der Tief- und Hochdruckgebiete sichtbar. Fr eine eingehendere Beurteilung der Wettersituation werden auerdem die entsprechenden Satelliten- und Radarbilder herangezogen.

Hierauf wird nher in den Kapiteln Wetterkarten und Bodenwetterkarten eingegangen.

Zur Wettervorhersage gehrt auch die Erstellung von Prognosekarten fr die nchsten 1 - 3 Tage. Hierfr werden aus dem vergangenen und dem aktuellen Zustand der Atmosphre nach physikalischen Regeln sowie dem Vergleich der gemessenen Werte mit Modellrechnungen ein zu erwartender Zustand ermittelt. Dabei spielt natrlich auch die Erfahrung des damit befaten Meteorologen eine wesentliche Rolle.

 

Wetterkarten analysieren

Die Auswertung der Wetterkarten ist also neben der reinen Wetterbeobachtung wesentliche Voraussetzung, um Wettervorhersagen aufstellen zu knnen.

Mit dem bloen Eintrag der Bodenwetterstationsmodelle in die Karte hat man aber natrlich noch keine Kenntnis ber die Lage der Bodenfronten sowie die Druckverteilung. Heutzutage erstellen Computer, basierend auf den Stationsmeldungen, einen Isolinienausdruck fr die Druckverteilung, der als erster berblick wertvolle Hinweise fr die weitere Analyse gibt. Die Identifikation der Lage der Fronten ist auch heute noch Aufgabe des Meteorologen, denn aufgrund der vielen Faktoren, die letztlich die Lage einer Front bestimmen, sind auch Hochleistungscomputer damit noch immer weitgehend berfordert.

Hierfr bietet sich folgende Vorgehensweise an:

 

Arbeitsschritte  

Beispiel

Karte

1. Analyse der Karte

Bodenwetterkarte 1. Mrz 2008

Bodenwetterkarte

vergr秤ern

1. Schritt: Grundinformationen erheben
Art der Karte (Bodenwetterkarte oder Hhenwetterkarte), Datum und Uhrzeit, Region, Quelle bzw. Urheber der Karte

Bodenwetterkarte von Europa,
gltig fr den 1. Mrz 2008 um 12 Uhr UTC,
Daten: MeteoSchweiz

2. Schritt: Einzelne Wetterdaten erheben
Auswertung der Wettersituation; Luftdruck, Temperatur, Bewlkung, Niederschlags- und Windverhltnisse an verschiedenen Orten (Stationsmeldungen)

z.B. Berlin:
983,7 hPa, 8 C, Wind aus WSW, relativ starker Wind mit 25 kt (enger Abstand der Isobaren), bedeckt, regnerisch (unmittelbar nach der Kaltfront)

3. Schritt: Beschreibung der Wetterlage;
Lage der Hoch- und Tiefdruckgebiete und daraus resultierende Hauptwindrichtungen, Verlauf der Fronten, Growetterlage, Zufuhr von wetterwirksamen Hauptluftmassen

Osten Mitteleuropas unter Einflu der Kaltfront eines Tiefs mit Zentrum ber Sdschweden, West- und Sdeuropa beeinflut vom Azorenhoch, das sich bis zum Schwarzen Meer erstreckt, Zufuhr maritimer Polarluft nach Deutschland

2. Wetterprognose fr den zu untersuchenden Raum

 

Prognose unter Bercksichtigung der Merkmale der Druckgebiete, Fronten, Hauptluftmassen, 훞derung der Druckverhltnisse

Niederschlge flauen nach dem Durchzug der Kaltfront ab, wobei auch eine Erwrmung erfolgt. Das Zwischenhoch bringt eine kurze Auflockerung und der Wind dreht auf W. Der anschlieende Durchgang der Warm- bzw. Kaltfront bringt neue Schauer und die Lufttemperatur sinkt ab.

Bodenwetterkarte mit Wind
Hinweis

Die Herkunft und der Weg der Hauptluftmassen wird blicherweise aus dem Verlauf der Isohypsen der Hhenwetterkarte abgelesen. Bei einer Bodenwetterkarte kann das aus der Windrichtung geschlossen werden. Wenn man dazu die Strmungsrichtungen des Windes in die Karte einzeichnet, wobei zu beachten ist, da der Wind annhernd parallel zu den Isobaren und zwar um ein Hochdruckgebiet im Uhrzeigersinn und um ein Tief gegen den Uhrzeigersinn weht, ergibt sich in unserem Beispiel das Bild rechts.

 

Wenn man also ber die notwendigen meteorologischen Grundkenntnisse zu Hoch- und Tiefdruckgebieten, Hauptluftmassen u.s.w. verfgt und diese entsprechend anwendet, kann man sich auf diese Weise mit Hilfe von Wetterkarten schnell einen berblick ber das zu erwartende Wetter verschaffen. Dieser erste berblick sollte regelm癌ig auch noch durch eigene Wetterbeobachtungen (z.B. Wolken, Wind) und die aktuellen Meldungen der Wetterdienste ergnzt und verfeinert werden. Auf gar keinen Fall darf man sich aber gerade in der Fliegerei uneingeschrnkt und ausschlielich auf seine eigenen Prognosen verlassen. Notwendig ist dabei vielmehr eine professionelle Wetterberatung und die notwendige meteorologische Flugvorbereitung. Dabei erhaltene Warnhinweise sollte man unbedingt beachten!

 

Wettervorhersage

Ausgangspunkt der Wettervorhersage ist also die genaue Analyse des aktuellen Wetterzustandes anhand der Wetterkarten. In der Bodenwetterkarte wird das Druckfeld durch den Isobarenverlauf dargestellt, so da man die Lage der Hoch- und Tiefdruckgebiete erkennt. Entsprechend kann auch das Temperaturfeld durch die Identifizierung und Abgrenzung der Luftmassen festgestellt und durch die Eintragung der zugehrigen Fronten analysiert werden. Hierdurch erhlt man einen berblick ber die Verteilung der Warm- und Kaltluftmassen im Beobachtungsraum. Die Analyse der Hhenwetterkarten, in welchen die Medaten der Radiosondenaufstiege eingetragen sind, erfolgt durch die topografische Darstellung bestimmter Druckflchen. Dazu werden z.B. Hhenlinien der 500-hPa-Flche in die Karte eingezeichnet. Auf diese Weise lassen sich die Wetterwirksamkeit eines evtl. Hhentiefs oder Hhentrogs erkennen und abschtzen.

In einem nchsten Schritt sind aus der analysierten Wetterkarte die mglichen Vernderungen fr den Vorhersagezeitraum abzuleiten und zu prognostizieren. Es mu also eine "Vorhersagekarte" erstellt werden. Hierzu ist der Vergleich mit frheren Wetterkarten hilfreich. Ist die wahrscheinliche Verlagerung der Hoch- und Tiefdruckgebiete sowie der zugehrigen Frontensysteme erkannt, kann im weiteren Schritt die eigentliche Wettervorhersage fr einen bestimmten Ort oder fr ein bestimmtes Gebiet getroffen werden. Erfolgte frher die Vorhersage der Druckverteilung halbempirisch nach sog. "synoptischen Regeln", werden seit etwa den 50er Jahren die 훞derungen der meteorologischen Feldgr秤en (Druck, Temperatur, etc.) zunehmend mit Hilfe mathematischer Gleichungen berechnet und als sog. Computermodelle" bercksichtigt. Diese beruhen auf physikalischen Gesetzen, welche die Prozesse und Ablufe in der Atmosphre bestimmen. Erst der Einsatz moderner Superrechner hat die Lsung dieser komplexen Berechnungen innerhalb einer brauchbaren Zeitspanne und damit diese Form der Vorhersage mglich gemacht.

Ein grundlegendes Problem der Wettervorhersage ist dabei die Menge der Medaten und die Dichte der Mepunkte. Je enger das Netz der Mepunkte, desto genauer ist potentiell die Prognose. Milicherweise fallen dabei gerade die fr die in der Fliegerei besonders gefahrentrchtigen Gewitter oft durch das Raster. Gewitter sind besonders in ihrer Entstehung sehr kleinrumig, die von den Wettermodellen nur schlecht erfasst werden knnen. Als grobes Anschauungsbeispiel kann man das mit einem Fischernetz vergleichen: Je kleiner die Maschen des Netzes sind, desto kleinere Fische kann man fangen. Betrgt die Maschenweite zwischen zwei Knoten aber z.B. 50 cm, wird es schwierig einen Goldfisch zu erwischen. Ganz hnlich verhlt es sich mit den Wettermodellen. Zwar hat das hochauflsende Wettermodell des DWD aktuell eine Maschenweite von Knoten zu Knoten von 2,8 km. Gewitter sind aber teilweise deutlich kleiner und haben vor allem whrend ihrer Entstehung einen Durchmesser von nur wenigen hundert Meter. Ihre Erfassung und rechtzeitige sowie rtlich genaue Vorhersage ist deshalb nach wie vor nahezu ausgeschlossen.

Was bleibt ist deshalb der in der Fliegerei immer gute Rat: Augen auf!

 

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