Land-See-Wind

 

 

Land-See-WindBerg-/TalwindFhn
Home 
Flugsport 
Meteorologie 
Atmosphre 
Luftmassen 
Wind 
Windsysteme 
Land-See-Wind 

 

 

 

Hier erfahren Sie etwas ber

Land-See-Wind

Land-Seewind

Wer nachmittags am Meer am Strand liegt, kann man mitunter einen khlen, vom Wasser her wehenden Wind spren. Die Erklrung dieses Phnomens ist der Seewind. Von Seewind spricht man, wenn der Wind vom Meer zum Land weht, der in der warmen Jahreszeit khlere Seeluft heranfhrt.

Die Entstehung des Seewinds kann zwei unterschiedliche Ursachen haben:

  • Einmal knnen aufgrund der grorumigen Druckverteilung Winde aus entsprechenden Richtungen entstehen. Wenn wir z.B. an der Ostflanke eines Hochs mit Schwerpunkt ber den Britischen Inseln liegen, weht der Wind aus einer eher nrdlichen bis nordwestlichen Richtung und daher an Nord- und Ostsee von der See her kommend an die Strnde. Dabei ist zu beachten, da sich die Wassertemperaturen sich im Vergleich zu den Temperaturen an Land bedeutend langsamer ndern. Das Meer hat folglich im Sommer tagsber einen khlenden Effekt auf das Land. Nachts l癌t sich der umgekehrte Effekt beobachten: Weil sich das Land schneller abkhlt, ist das Wasser wrmer und kann die Auskhlung in gewssernahen Gebieten deutlich dmpfen. Das kommt z.B. am Bodensee im Herbst dem Ost- und Weinbau zugute.
  • Andererseits kann sich bei windschwachen Hochdruckwetterlagen ein lokales kleinrumiges Windsystem ausprgen. Das ist die sogenannte Land-Seewind-Zirkulation, bei der sich Land- und Seewind in Abhngigkeit von der Tageszeit abwechseln.

Das Land-See-Windsystem bezeichnet also sowohl ein gekoppeltes Klimasystem aus Land- und Wasseroberflchen, ber denen es zur Ausbildung von See- und Landwinden kommt, als auch das durch diese Winde erzeugte Zirkulationssystem selbst. Hier soll nur die obige 2. Variante als lokales Windsystem nher betrachtet werden.

Die Land-Seewind-Zirkulation hat rein thermische Ursachen, welche nur durch die unterschiedliche Erwrmung bzw. Abkhlung von Land und Wasser hervorgerufen wird und an den Meeresksten und an den Ufern groer Seen, wie beispielsweise dem Bodensee, entstehen kann. Sie ist eine thermische Ausgleichsstrmung, die durch das Aufsteigen der ber den Landflchen strker erhitzten Luft in Gang gesetzt wird. Die Ursache fr die Entstehung des jeweiligen Windes ist die zwei- bis dreimal schnellere Erwrmung bzw. Abkhlung einer Land- im Vergleich zu einer Wasseroberflche. Das liegt in der geringeren Wrmekapazitt der typischerweise an Land vorkommenden Materialien begrndet. Beispielsweise betrgt die Wrmekapazitt fr Beton 0,88 kJ/(kg텸), fr Asphalt 0,92 kJ/(kg텸), fr Erdboden 0,8 kJ/(kg텸) und fr Sand 0,84 kJ/(kg텸), fr Wasser liegt der Wert dagegen bei 4,18 kJ/(kg텸). Das heit, um ein Kilogramm Wasser um ein Kelvin (1 캜) zu erwrmen, ist ca. fnfmal so viel Energie ntig wie fr ein Kilogramm Sand. Die Landflche wird deshalb durch die Sonneneinstrahlung sehr viel strker erhitzt als die Wasseroberflche.

Wird also die Landflche erwrmt, erwrmt sich auch die darber befindliche Luft. Diese dehnt sich aus und steigt wegen ihrer geringeren Dichte auf. Durch das Aufsteigen entsteht am Boden ein lokales Tiefdruckgebiet. Der so entstandene Mangel an Luft wird durch eine Luftstrmung vom Wasser zum Land, dem See- oder auflandigen Wind, ausgeglichen. Die direkt ber dem Wasser abtransportierte Luft wird zugleich aus hheren Luftschichten ersetzt, soda sich direkt ber der Wasseroberflche ein lokales Hochdruckgebiet bildet. In der Hhe sind die Druckgebilde genau entgegengesetzt angeordnet. Es kommt somit in der Hhe zu einer Ausgleichstrmung vom Land zum Wasser, wodurch die Zirkulation geschlossen ist. Diese Zirkulation setzt je nach Intensitt der Sonneneinstrahlung meist um die Mittagszeit ein.

Seewind nennt man den in Kstengebieten auftretenden Wind, der tagsber vom Meer bzw. Ozean zum Land weht. Nachts kehrt sich dieser Effekt um. Das Land khlt strker ab, whrend das Wasser die gespeicherte Wrme abgibt. Der Landwind setzt ein und weht vom Land zur See.

Das Land-See-Windsystem ist ein damit gutes Beispiel fr ein kleinrumiges, regionales Windsystem, das durch Temperaturunterschiede und dem daraus entstehenden Wind erzeugt wird.

Seewind

Bei einer stabilen Hochdruckwetterlage erwrmt sich eine Landflche tagsber wesentlich schneller als eine Wasserflche, da Wasser eine gr秤ere spezifische Wrmekapazitt hat. Bei starker Sonneneinstrahlung kommt es daher auf dem Land zu Konvektion und einer damit verbundenen Konvergenz am Boden. Diese Ausgleichsstrmung wird durch die sich herausbildende Luftdruckdifferenz in der Gr秤enordnung von ca. 2 hPa zwischen dem thermischen Bodentief ber dem Land und dem Bodenhoch ber der Wasseroberflche verursacht. Daher steigt tagsber die Luft ber Land auf und es kommt zu einem Ausgleichswind durch vom Wasser aus nachrckende Luftmassen.

Land-See-Wind

Die landeinwrts wehenden Seewinde erzeugen beim Auftreffen auf Land eine Zone mit Geschwindigkeits- und infolge der pltzlich zunehmenden Reibung - Richtungskonvergenz, die zu verstrkter Cu-Bildung mit gelegentlichen Regenschauern fhrt. Diese auch als Seewindfront bezeichnete Cu-Wolken-Linie ist im Sommer auf Satellitenbildern gut zu erkennen und ein deutlicher Hinweis auf lokale Land-Seewind-Zirkulationen.

 

Landwind

Abends und noch mehr in der Nacht, dreht sich die Zirkulation um, denn Land khlt wegen der niedrigeren Wrmekapazitt viel schneller ab als Wasser, das die Tageswrme lnger hlt. ber dem Land sinkt die Boden- und Lufttemperatur dagegen meist schon am Nachmittag deutlich ab. Damit ist das Wasser nachts relativ wrmer, so da die Luft dort aufsteigt und relativ kltere Luftmassen vom Land zum Wasser flieen. Vom Land weht nun ein khlerer Wind Richtung See, der Landwind (= ablandiger Wind), der in der Regel weit schwcher ausgeprgt ist als der Seewind.

 

Ksteneffekt

Kstenkonvergenz

Neben der Land-Seewind-Zirkulation begegnet uns an den Ksten ein weiterer Effekt: Die Kstenkonvergenz bzw. -divergenz. Die Oberflchenreibung nimmt von See zum Land hin sprunghaft zu. Diese pltzliche 훞derung der Reibungskraft erzeugt zustzliche Windkomponenten, die 훞derungen der Windrichtung und der Windgeschwindigkeit bewirken. Die konkrete Ausbildung dieser Effekte ist abhngig vom Kstenverlauf, von der Windrichtung (auflandig/ablandig) und von der Lage des Druckfeldes (tieferer Druck ber Land oder Wasser) ab. Dabei erfolgt die Anpassung der Windgeschwindigkeit an genderte Oberflchenrauhigkeit erheblich schneller als die der Windrichtung.

Weht der Wind entlang der Kste haben unterschiedliche Windrichtungen ber Land und See unterschiedliche Effekte:

Ein Luftstrom wird bis in einige hundert Meter Hhe immer von der Reibung der Erdoberflche gegenber dem geostrophischen Wind abgebremst. Auf See erzeugt das einen Oberflchenwind, der ca. 10 - 20 gegen den Uhrzeigersinn vom geostrophischen Wind abweicht. ber das Land ist die Wirkung noch deutlicher und der Oberflchenwind wird ca. 20 - 40 gegen den Uhrzeigersinn vom geostrophischen Wind abweichen. Das bedeutet, da die Windrichtung ber Wasser ungefhr 20 - 30 von der ber Land abweicht. Bei ablandigem Wind macht sich diese "Kursabweichung" in einem Bereich bis zu ca. 5 NM vor der Kste bemerkbar. Bei auflandigem Wind ergibt sich eine hnliche Wirkung bis zu einigen NM landeinwrts. Dies mu bei der Navigation in Kstennhe bercksichtigt werden.

Ist an der Kste das Land auf der rechten Seite, wenn man mit dem Rcken zum Wind steht, d.h. der Tiefdruck liegt seewrts (barisches Windgesetz), werden die Winde ber Land und Meer konvergieren, was eine Trichterwirkung zur Folge hat: Der Wind entlang der Kste wird strker sein als ber Wasser.

Ist das Land links, wenn man mit dem Rcken zum Wind steht, d.h. der Tiefdruck liegt landeinwrts der Kste, werden die Winde ber Land und Wasser divergieren, so da der Kstenwind schwcher sein wird als der Wind ber See.

 

Home  Seitenanfang weiter

HomeFlugsportJuraFeinstaubber michImpressumDatenschutzSitemap